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Sortenbeschreibung

Zur Förderung des Streuobstanbaus und zum Erhalt unserer Kulturlandschaft sowie zur Sicherung höchster Qualität der Steinkauzsäfte beschreibt der Streuobstverein B.I.O. Obstsorten die in unserer Region anbaufähig sind.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Baumbeschreibungen

Wettringer Taubenapfel

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Doppelnamen: "Wettringer" und Taubenapfel von St. Louis. In Wettringen bei Rothenburg/Tauber gefunden und 1930 in Franken und angrenzende Regionen verbreitet angebaut.  Wegen seines vitalen Wuchses sehr empfehlenswert für den Anbau auf der Streuobstwiese. Sehr frosthartes Holz.

Blüht in der zweiten Hälfte des April und wird im September pflückreif. Früchte bis Dezember genießbar und haltbar. Mittelgroßer Apfel der rötlich gefärbt ist. Sein Fruchtfleisch ist grünlich und weitgehend fest, mäßig saftig und leicht säuerlich. Die Sorte kommt früh in Ertrag und liefert regelmäßige Erträge.

Ihr Anspruch an Bodenverhältnisse und Klima ist gering. Pflegeleicht und widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Engelsberger Renette

Saftapfel aus der Region Hohenlohe. Im Raum Öhringen als Zufallssämling gefunden. Auch als Engelsberger Renette gehandelt. Die Sorte blüht spät Anfang bis Mitte Mai.

Sie bietet sich für Lagen an die spätfrostgefährdet sind. Die Früchte bilden sich überwiegend klein aus. Deren Ernte ist aufwändig, weil es zu einer wirklichen "Aufklauberei" werden kann, wenn es an das Einsammeln der Früchte geht.

Die Fruchtform ist kugelig. Grundfarbe gelbgrün und in Vollreife tief gelb. Auf der Sonnenseite sichtbarer Anflug in orange. Das Fruchtfleisch ist fest und sehr saftig mit angenehmer Säure. Reife Ende September bis Ende Oktober. Der Ertrag ist regelmäßig hoch bis sehr hoch. Der Baum bildet eine mittelmäßige Krone aus und wächst zügig in eine kronenförmige Kugel. Der Anspruch an Boden und Lage ist gering.

Kultur ausschließlich als Hochstamm auf der Streuobstwiese.

Schöner aus Nordhausen

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Als Sämling 1810 gezogen und 80 Jahre später in den Handel gebracht. Synonym: Hindenburgapfel. Feiner und optisch sehr ansehnlicher Apfel. Bei Pflückreife Mitte Oktober hellgrün bis gelb und sonnenseits unterschiedlich stark gerötet.

Blüht unempfindlich Ende April bis in die erste Hälfte Mai.

Fruchtform variabel von abgeflacht über rund bis kugelförmig. Früchte mittelgroß. Saftiges gelbweißes Fruchtfleisch das säuerlich gewürzt schmeckt. Pflückreif im zweiten Drittel des Oktobers. Früchte die zur Einlagerung vorgesehen sind müssen sorgfältig behandelt werden, da sie druckempfindlich sind. Auf dem Lager haltbar bis Februar. Der Baum wächst kräftig zu einer hohen kugeligen Krone. Seine Frosthärte ist sehr hoch. Anbaufähig bis 500 Höhenmeter und auch noch in kühlen Lagen. Guter Pollenspender.

Zur Vermeidung frühzeitigen Vergreisens ist ein regelmäßiger Überwachungsschnitt und ggf. Auslichtung erforderlich. Erträge mittelhoch bis hoch.

Geeignet für die Erziehungsformen Hoch- und Halb sowie Niederstamm.

Transparent aus Croncels

Tafel- und Saftapfel. Synonyme: Transparent, Glasapfel, Eisapfel, Durchsichtiger v. Croncels u.a. Herkunft: Vom Baumschuler Baltet in Troyes/Frankreich 1869 gezüchtet und in den Handel gebracht. Reiht sich in die Sorte der frühreifen Äpfel ein und kann Ende August geerntet werden. Nur wenig Wochen haltbar da lockeres, druckempfindliches aber saftreiches Fruchtfleisch. Blüte Mitte April. Guter Pollenspender. Früchte mittelgroß, kugelförmig bis abgeflacht. Fruchtschale transparent mit zahlreichen Schalenpunkten. Fruchtfleisch mild säuerlich im Geschmack.

Die Sorte liebt nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Sie bildet sich dann mittel stark zu einem kugeligen Baum aus, der sich gut verzweigt und reichhaltig Fruchtholz bildet. Die Früchte neigen zum Abfallen bevor sie ausgereift sind. Sie sind dann unreif, reifen nicht nach und sind dadurch fast wertlos.

Für alle Erziehungsformen geeignet.

Zabergäu Renette

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Im Jahre 1885 aus Samen gezogen. Der unbekannte Züchter soll aus Hausen an der Zaber im Landkreis Heilbronn stammen. Erst 40 Jahre später der Öffentlichkeit präsentiert erfreut sich die Sorte weiterhin großer Beliebtheit. Die grau-grüne Fruchtfarbe wirkt wenig ansehnlich. Blüte Ende April bis Anfang Mai. Früchte groß bis sehr groß, Fruchtschale zimtfarbig, völlig mit einem zarten Rost rau überzogen. Fruchtfleisch gelblich, saftig und würzig.

Pflückreif im letzten Drittel des Oktobers. Lagerfähig bis Ende Februar. Die Früchte neigen auf dem Lager zur Stippe. Der Fruchtertrag setzt früh ein, ist hoch aber alternierend. Benötigt wenig Pflege nach der Erziehungszeit. Nur noch Überwachung und ggf. Schnitteingriff nötig. Prädestiniert für die Streuobstwiese und bis ca. 400 Höhenmeter anbaufähig.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Ontario

Tafel und Saftapfel. Kreuzungsprodukt aus den USA, das 1820 von C. Arnold selektiert wurde und seit 1882 in Europa verbreitet angebaut wird. Beliebte Apfelsorte für den Anbau auf der Streuobstwiese. Die Sorte gedeiht am besten auf warmen und nährstoffreichen Böden, sowie geschützter Lagen. Wegen des frostempfindlichen Holzes sollten kalte Lage gemieden werden.

Die Blüte erfolgt ab Mitte April. Sie ist unempfindlich gegen Witterungseinflüsse. Die Früchte bilden sich groß bis sehr groß aus. Ihre Schale ist grüngelb, sonnenseits braun bis braunviolett und bläulich bereift. Das Fruchtfleisch ist grün-weiß, gering gewürzt, saftig und fest. Erntezeit im zweiten bis letzten Oktoberdrittel. Lagerung bis April möglich. Die Sorte hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt und besitzt eine hohe Fruchtbarkeit.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Schöner aus Boskoop

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Sehr wertvolle Apfelsorte für die Streuobstwiese. Von K. Ottolander im Jahre 1856 in Boskoop/Niederlande entdeckt. Sie ist in gelber und rötlicher Ausfärbung auf dem Markt. Die rötliche Variante wurde ca. 70 Jahre später in Rheinland-Pfalz entdeckt bzw. auf den Obstsortenmarkt gebracht. Die Sorte blüht ab Mitte April mit großen Blüten in weiß-rosa.

Die Blüte ist gegen Witterungseinflüsse etwas empfindlich. Die Früchte meist groß bis sehr groß in runder Form. Die Fruchtschale ist ledrig, leicht geraut und berostet, matt mit schwachem Glanz.

Schattenfrüchte reifen und färben eher grünlich aus und bleiben geschmacklos fade. Ansonsten färben die Früchte gelb bzw. rötlich und auf der Sonnenseite rötlich aus. Fruchtreife Ende September. Zur Einlagerung empfiehlt sich die spätere Ernte im zweiten Drittel des Monats Oktober, weil die Früchte bei länger andauernder Lagerung zur Welke neigen. Sie können dann vereinzelt von Fleischbräune und Kernhausfäule befallen werden. Die Sorte kommt etwas verspätet in Fruchtertrag. Der Geschmack ist weinsäuerlich gewürzt. Der Autor ist im Besitz von vier Hochstämmen, je zur Hälfte in gelber und rötlicher Variante im Alter von 20 Jahren. Diese lieferten in 2021

als die Apfelernte allgemein gering ausgefallen ist ihren Vollertrag. Die Sorte bevorzugt nährstoffreichen, feuchten Boden in windarmer Lage.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm sowie Busch.

Kanada Renette

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Die Herkunft der Sorte ist nicht eindeutig gesichert. Die engere Wahl fällt auf England sowie Frankreich. Sie ist unter nahezu 40 weiteren Namen seit 225 Jahren im Handel. Der Baum wächst stark zu einer breiten und kugeligen Krone. Liebt eher feuchten und nährstoffreichen Boden. Blüte mittel früh im April, andauernd, dabei etwas empfindlich gegen Frost.

Schlechter Pollenspender. Früchte ab Oktobermitte. Bis Februar lagerfähig. Fruchtschale grün, später grünlich-gelb und sonnenseits trüb orange bis leicht rötlich gefärbt sowie leicht mit schuppigem Rost überzogen. Fruchtfleisch aromatisch und süß-säuerlich.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Gehrers Rambur

Saftapfel. Ein Zufallssämling der auf einem Grundstück des Kammersängers Sontheimer in Jebenhausen bei Göppingen im Jahre 1885 entdeckt wurde. Namensgeber ist Heinrich Gehrer der das Flurstück von Sontheimer übernommen hat. Der Baum wächst mittel stark als Hochpyramide und blüht spät Ende April Anfang Mai. Ertrag früh einsetzend und regelmäßig Früchte mittelgroß bis groß. Grundfarbe grün bis grünlich-gelb. Fruchtfleisch grünlich-weiß, sehr saftig und fest mit hohem Säuregehalt. Pflückreif Mitte bis Ende Oktober.

Die Sorte ist triploid also nicht selbst fruchtbar. Widerstandsfähig gegen Feuerbrand aber etwas anfällig für Läuse und Apfelwickler. Sehr gut geeignet für den Anbau auf der Streuobstwiese.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Danziger Kantapfel

Tafel- und Saftapfel. Auch als Danziger Kant, Liebesapfel, Florentinerapfel, Schwäbischer Rosenapfel sowie weiteren Synonymen im Sprachgebrauch. Eine Herbstsorte die bereits 1760 beschrieben wurde und aus Deutschland oder Holland stammt. Stark wachsender Baum mit hoher ausladender Krone. Blüte und Holz sind frosthart.

Blüte im April, anhaltend und witterungsunempfindlich. Guter Pollenspender. Früchte mittelgroß, uneben mit breiten Kanten und Rippen besonders dem Kelch zu. Schale fettig, trüb rot bis leuchtend rot. Fruchtfleisch grünlich-weiß und teilweise mit roten Adern, saftig und säuerlich gewürzt. Reifezeit Ende September bis Anfang Oktober. Fruchtbarkeit eher spät einsetzend aber dann reichhaltig. Lagerung bis Ende Dezember möglich. Die Sorte neigt auf dem Lager zur Kernhausfäulnis. Anbaufähig auf allen Böden außer auf sandig-trockenen Standorten. Auch für raue und höhere Lagen geeignet.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm.

Riesenquitte von Leskovac

Vorweg wird darauf hingewiesen, dass Apfel-Quitten und Birnen-Quitten kultiviert werden. Diese unterscheiden sich in ihrer Form wie der Apfel von der Birne.

Quitten lieben sonnige Standorte. Dies wirkt sich letztlich auf das typische Aroma, den Ertrag und die tiefgelbe Fruchtfarbe aus. Die Sorte wächst in Form von Äpfeln und ist mit einem feinen Pelz überzogen. Die Blüte erscheint rosafarben sehr reich im April. Deren Früchte reifen im Oktober und sind mehrere Wochen lagerfähig.

Verwendung als Saftlieferant an Mostereien. Brennereien und im Haushalt zur Herstellung von Gelee, Quittenbrot oder Krapfen. Während der Lagerung erfüllen die Früchte die Lagerstätte mit ihrem typischen aromatischen Duft. Die Sorte kann als Hoch- oder Halbstamm sowie in Buschform kultiviert werden. Sie wächst vital und bildet regelmäßig junges Holz.

Warum der Züchter sich für die Bezeichnung "Riesenquitte“ entschieden hat entzieht sich dem Wissen des Autors. Tatsächlich sind viele weitere Apfelquitten der Riesenquitte von Leskovac ebenbürtig und in der Größe sogar überlegen.

Birnen-Quitte „Vranja“

Ist eine alte serbische Kreation des Züchters Nenadović von 1898.

Verwendung beschränkt sich auf die Saftherstellung mit allen ihren daraus resultierenden Möglichkeiten wie Destillation, Most und Haushalt. Überwiegend große bis sehr große Früchte. Einzelne Exemplare erreichen die Kopfgröße eines Neugeborenen. Gelegentlich brechen einzelne Zweige ob der schweren Last vorzeitig weg.

Blütezeit im April mit rosa Flor. Reifend im Monat Oktober, in Vollreife tief gelb. Auf dem Lager einige Wochen haltbar. Das typische Aroma erfüllt den Lagerraum. Früchte sehr fest und hart. Gering zum Direktverzehr geeignet. Quitten sind Sonnenkinder, lieben warmen Standort. Die Sorte wächst eher sparrig, bildet regelmäßig Jungholz.

Auf jedem Garten- oder Wiesenboden wachsend. Die bekannte Anfälligkeit für Feuerbrand ist nachteilig und noch nicht beherrschbar. Diese Pilzkrankheit tritt besonders bei feuchter und warmer Wetterlage auf. Erziehungsformen sind Hoch- und Halbstamm oder Busch.

Wettringer Taubenapfel

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Im auslaufenden 19. Jahrhundert in Wettringen bei Rothenburg ob der Tauber aufgefunden und ab 1930 häufig angebaut. Die Sorte ist für den Anbau auf der Streuobstwiese sehr geeignet, weil der Baum stark wächst, robust und hoch frosthart ist und auch seine Blüten frostunempfindlich sind. Der Ertrag setzt früh ein und ist regelmäßig hoch. Bodenansprüche sind gering. Pflegeleicht. Eine Grund- bzw. Überwachungspflege ist trotzdem erforderlich um den Baum dauerhaft über Jahrzehnte zu erhalten.

Früchte mittelgroß (7 cm) mit gelber Grundfarbe. Deckfarbe rosa verwaschen mit schmalen Streifen. Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß, mäßig saftig und leicht säuerlich. Baumreife Ende September Auf dem Lager haltbar bis Ende November.

Erziehungsformen: Hoch- und Halbstamm. Widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten.

INGRID-MARIE

Tafel- und Saftapfel. Als Zufallsämling auf der Insel Fünen/Dänemark entstanden. Ab 1936 durch die Baumschule Matthissen verbreitet. Blüht mittel spät Anfang Mai und reift Mitte September.

Früchte mittelgroß, kugelförmig und in dieser Form regelmäßig gleich groß. In der Reife dunkelrot bis purpurrot mit wachsiger Schale. Fruchtfleisch cremegelb und unter der Schale rötlich. Saftig jedoch bald mürbe werdend. Auf dem Lager beginnen die Früchte früh zu welken, sind trotzdem bis Dezember lagerfähig.

Der Baum liebt Weinbauklima, wächst mittel stark und verzweigt sich dicht. Seine Krone wächst breit und kugelförmig, Ertrag hoch aber alternierend also abwechselnd bzw. unregelmäßig. Auf nassem Standort Neigung zu Obstbaumkrebs.

Geeignet für Streuobstwiesen als Hochstamm, für den Hausgarten als Halbstamm zu empfehlen.

Zitronenapfel

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Die Sorte wird auch unter den Bezeichnungen Gelber Edelapfel, Wachsapfel, Gelber Scheibenapfel u. a. Namen kultiviert. Ab 1820 als Zufallsämling aus England in das europäische Festland eingeführt.

Die Blüte beginnt mittelfrüh im April, ist witterungsunempfindlich und anhaltend. Blüte frosthart. Der Baum wächst mittel stark bis stark mit breiter Krone. Liebt eher feuchten Boden und neigt bei Trockenheit zu vorzeitigem Fruchtfall. Noch in ungeschützten und kühlen Lagen anbauwürdig.

Die Früchte reifen Ende September und sind bis Jahresende lagerfähig. Meist kugelförmig aber auch leicht abgeflacht. Bei Vollreife zitronengelb mit glatter Schale die sich wachsig anfühlt. Fruchtfleisch weißgelb mit kräftiger feinwürziger Säure. Ertrag regelmäßig und eher durchschnittlich.

Zum Anbau auf Streuobstwiesen empfehlenswert. Auch für den Hausgarten gut geeignet.

Klarapfel - Augustapfel

Der am frühesten reifenden Tafelapfel in unserer Region. Wahrscheinlich aus dem Baltikum stammend. Von der Baumschule Wagner im lettischen Riga 1850 nach Frankreich geliefert hat sich die Sorte bis in den süddeutschen Raum ausgebreitet. Frostharter Baum, bis um 400m Höhe anbaufähig. Vorzugsweise auf nährstoffreichem Boden.

Die Sorte wächst mittelstark mit kugeliger lockerer Krone nicht sehr hoch. Bei früher Blüte trotzdem frostunempfindlich und anhaltend. Guter Pollenspender. Früh fruchtend bei gutem Ertrag. Früchte mittelgroß mit grüner bis weißgelber Schale. Bei Reife hellgelb, saftig mit säuerlichem Geschmack und charakterlichem Geruch. Bei zu später Ernte bereits am Baum platzend und mehlig bzw. trocken. Darunter leidet die Qualität erheblich.

Die Ernte sollte nicht zu früh erfolgen, sondern wenn die Früchte eine weißgelbe Färbung zeigen. Empfehlenswerte Apfelsorte für den Fischverzehr ab Mitte Juli für ca. 4 Wochen. Vorzugsweiser Anbau im Hausgarten oder regelmäßig besuchter Anbaufläche auf der Streuobstwiese. Erziehungsformen: Spindel, Halb- oder Hochstamm.

Kaiser Wilhelm

Tafel- und Saftapfel. Schullehrer Carl Hesselmann aus Witzhelden (Bergisches Land) hat diese Apfelsorte 1864 in einem Gutsgarten bei Burscheid NRW entdeckt. Er ließ den Apfel Kaiser Wilhelm probieren, der die Namensgebung genehmigte. Im Handel seit 1877. Für den Streuobstanbau empfehlenswerte Sorte, da äußerst robust und in die Höhenlage um 600m anbaufähig.

Landschaftsprägender frostharter Baum der groß wächst mit kugeliger Krone ein hohes Alter erreichen kann. Geringe Ansprüche an Boden und Klima. Sehr nasser Standort ist zu meiden um die Anfälligkeit für Krebs zu verhindern. Die Blüte erfolgt mittelfrüh und lange anhaltend mit großen rosa Blüten die frostunempfindlich sind.

Kein guter Pollenspender. Die Früchte sind meist groß, überwiegend kugelförmig und ab Ende September pflückreif. Grundfarbe grüngelb, sonnenseits hellrot bis dunkelrot gefärbt, teils flächig oder gestreift. Fruchtfleisch fest und saftig aber rasch mürbe werdend, dann zu Fleischbräune neigend und bald faulend. Hat ein wohlschmeckendes, himbeerartiges Aroma. Eher spät Früchte tragend, Ertrag sehr hoch aber nicht regelmäßig. Lagerfähigkeit gering.

Prinz Albrecht von Preußen

Sehr guter Tafel- und Saftapfel wurde 1865 von C. Braun, Hofgärtner des Prinzen Albrecht von Preußen auf Schloss Kamenz in Niederschlesien als Sämling von Kaiser Alexander und Baumanns Renette ausgelesen. Diese schlesische Sorte ist besonders für den Streuobstanbau geeignet, da auch raue und frostgefährdete Lagen toleriert werden. Die Blüte des guten Pollenspenders erfolgt eher spät und ist frostfrei.

Früchte ab Mitte September pflückreif und bis nach der Jahreswende haltbar. Die Früchte sind mittelgroß und kugelförmig, Schalenfarbe bläulich rot mit angenehmem Geruch. Fruchtfleisch grünlichweiß, saftig mit typischem Aroma. Der Baum trägt reichhaltig und regelmäßig. Wächst zügig und bildet eine breitkugelige Krone aus.

Widerstandsfähig gegen Krankheiten, wie Schorf und Schädlinge. Für alle Formen der Erziehung geeignet. Eher geringer Pflegeaufwand. Die Sorte liebt nährstoffreiche, feuchte Bodenverhältnisse.

Geheimrat Dr. Oldenburg

Kurz auch landesweit „Oldenburg“ genannt. Tafel- und Saftapfel. In Geisenheim im Jahr 1897 gezüchtet. Starker Wuchs der mit zunehmendem Alter nachlässt. Aufrecht wachsenden Krone mit bereits im Jungstadium eher geneigten bis flachen Gerüstasten. Der 45°-Erziehungsmethode folgt die Sorte trotz aller Bemühungen des Kultivators nicht. Eher geeignet für warme und mäßig feuchte Standorte. Für nasse Bodenverhältnisse und höhere Lagen ungeeignet. Da die Fruchtqualität unbefriedigend ausfällt. Mittelfrühe Blüte, auffallend schön anzusehen, mit roten kleinen Blütenblättern.

Pflückreif im Monat September. Ohne lange Lagerfähigkeit. Früchte sonnenseits hellrot bis dunkelrot gestreift oder marmoriert. Fruchtfleisch weißlich Geld, süß säuerlich mild. Regelmäßige und hohe Erträge.

Erziehungsformen; vorwiegend am Spalier, als Busch, Viertel- oder Halbstamm. Auch als Hochstamm zu kultivieren ohne zum Baumriesen zu werden also noch in akzeptablem Bereich zu pflegen und ernten.

Oberländer Himbeerapfel

Weitere Bezeichnungen sind Winter-Himbeerapfel, Hanseapfel u.a. Tafel- und Wirtschaftsapfel. Aus Oberschwaben kommend bereits 1854 beschrieben. Die Sorte ist eher unbekannt, ist selten nachgefragt und wird daher auch kaum kultiviert. Auf Gemarkung Gronau wächst sehr vital und zügig ein Exemplar seit nahezu 20 Jahren.

Für den Streuobstanbau sehr zu empfehlen wegen seiner Robustheit, der sehr hohen Frosthärte und der Möglichkeit des Anbaus auch in kalten Lagen. Späte Blüte. Ertrag regelmäßig. Pflückreif ab Oktober, genussreif bis Januar. Die Früchte sind mittelgroß bis groß mit kräftiger karmin- bis purpurroter Schalenfarbe die violett bereift ist. Wie der Berner Rosenapfel fällt der Oberländer Himbeerapfel ob seiner ähnlichen roten Fruchtfarbe dem Betrachter ins Auge.

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß bis weiß, meist mit roten Adern durchzogen, gering saftig mit zimtartigem süßem Geschmack. Die Sorte ist starkwüchsig, verzweigt sich gut und bildet hohe Kronen aus. Es bleibt vorerst rätselhaft warum die Sorte ein derartiges Schattendasein führt.

Deutsche Hauszwetschge

Bereits seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland im Anbau. Europaweit verbreitet. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an Böden und klimatische Verhältnisse die häufigste Zwetschgensorte im Streuobstanbau. Ihre Anfälligkeit für die Scharka-Krankheit ist höher als bei anderen Zwetschgensorten. Die vielfältige Verwendung für den Frischverzehr, als Trockenfrucht, für die Spirituosenindustrie und auch für die Feinbäckerei ist unerreicht.

Der Baum wächst zügig zur Spitzpyramide und bildet Wurzelausläufer, die mit Wurzelstock ausgegraben zu neuen Zwetschgenbäumen aufgezogen werden können. Die Sorte ist selbstfruchtbar und spätblühend. In der Blüte etwas witterungsempfindlich.

Reifezeit Ende August bis Ende September. Früchte dunkelblau, die bei Überhang und in rauen Lagen aber durchaus nur rötlichblau ausreifen. Die Frucht löst sich leicht vom Stein. Das Fruchtfleisch ist goldgelb, fest mit ausgeprägtem Aroma. Eignet sich hervorragend zu Weiterverarbeitung als Marmelade.

Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaume, haben eine ovale Form und sind deutlich kleiner. Sie haben ein eher festes Fruchtfleisch. Schmecken von süß und mild bis hin zu fein-säuerlich. Pflaume ist rund und saftiger.

Kardinal Bea

Namensgeber der pflegeleichten Apfelsorte ist der deutsche Kurienkardinal Augustin Bea (1881-1968). Anbaugebiet ist hauptsächlich die süddeutsche Region. Als Zufall Sämling in Neuhausen/Fildern aufgefunden. Für den Streuobstanbau gut geeignet, da der Baum und seine Früchte sich in anhaltend vitaler Verfassung präsentieren.

Verwendung als Tafelapfel aber auch als Saftapfel beliebt. Früchte mittelgroß bis groß. Auffällig dunkelrote Schalenfarbe, die jedoch im Schattenbereich nur rötlich bis grünlichgelb ausfärbt. Fruchtfleisch grünlichweiß, saftig mit deutlicher Fruchtsüße. Pflückreif ab Oktober. Nur wenige Wochen lagerfähig bis Mitte November. Der Baum wächst eher langsam. Seine Äste bilden kurze Seitentriebe und bilden im Ertragsalter einen hängenden Wuchs.

Der Ertrag ist regelmäßig und reichhaltig. Erziehungsformen in Hoch- und Halbstamm. Gute und warme Lagen wirken sich positiv auf die Fruchtqualität aus.

Bittenfelder

Hervorragender Saftapfel. Zufall Sämling aus Bittenfeld im Landkreis Waiblingen. In unserer Region und in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten verbreitet angebaut. Auf Streuobstwiesen häufig zu finden in Form mächtiger und langlebiger Hochstämme. In keiner anderen Erziehungsform bekannt. Eher spät jedoch sehr reichhaltig blühend. Früchte eher klein bis mittelgroß. In Vollreife zitronengelbe Schale, sonnenseits orange bis rötlich gefärbt.

Das Fruchtfleisch ist saftig, fest und weiß mit hohem Säure- und Zuckergehalt. Pflückreif zum schütteln Ende Oktober bis zweites Novemberdrittel. Von Erfahrenen ist der Bittenfelder hoch geschätzt bei der Herstellung von Apfelkompott oder -Mus, wenn beim Kochvorgang Stangenzimt, Sternanis und ein Schuss Apfelsaft mitgekocht werden sich ein einzigartiges Aroma entfaltet und kein zusätzlicher Zucker benötigt wird. Früchte hängen sehr fest am Baum. Nach Frosteinwirkung fallen diese eher. Restbestände am Baum oder auf dem Boden als Winterfutter für alle Weichfutterfresser von der Amsel über Seidenschwanz bis Wacholderdrossel äußerst wertvoll und beliebt. Der Baum wächst stark und ausladend. Er ist robust sowie widerstandsfähig gegen Frost, Krankheiten und Schädlinge.

Roter Astrachan

Tafel- und Wirtschaftsapfel. Vor 1800 im Wolgagebiet als Zufall Sämling gefunden und ab 1816 in England bzw. ein Vierteljahrhundert später auch in Deutschland erstmals angebaut.

Der Baum wächst stark im Jungendstadium und lässt mit seinem Wachstum mit zunehmendem Alter etwas nach. Die Blüte ist früh und etwas frostempfindlich. Fruchtschale hell- bis tief dunkelrot. Leichte und gut sichtbare rötliche Aderung direkt unter der Schale. Fruchtreife Ende Juli bis Mitte August. Früchte mittelgroß und nach Vollreife bald ein wenig mehlig werdend. Die Sorte bringt regelmäßige, sehr reichhaltige Ernten. Für Lagen in kühlen Regionen geeignet und bis ca. 500 Höhenmeter empfehlenswert.

Schwaikheimer Rambur

Vorwiegend als Saftapfel aber auch als Tafelapfel durchaus verwendbar und lagerfähig bis Ende April. In Württemberg häufig angebaute Apfelsorte. Anspruchslos an Boden und Klima. Anbaufähig bis 600 Höhenmeter. Gedeiht auch in rauen Lagen. Sehr gut geeignet für Streuobstwiesen. Robust und widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten.

Früchte groß bis sehr groß. Sprich: Bei der Ernte wird der Sack bzw. Container schnell voll; schwäbisch: „es gibt a Stück“. Frucht wenig würzig jedoch saftreich und fest. Fruchtschale grün bis hellgrün, Sonnenseite hellrote Streifen. Reife Mitte bis Ende Oktober.

Baum mit Starken Wuchs in der Jugendzeit, danach nachlassend. Reichhaltig und eher regelmäßig tragend. Geringe Neigung zur Alternanz.

Rheinischer Winterrambur

Seit circa 300 Jahren bekannte Apfelsorte, die ehemals aufgrund der großen bis sehr große Früchte auch als Pfundsäpfel bezeichnet wurde. Herkunft nicht zuverlässig gesichert jedoch eingegrenzt auf Belgien, Luxemburg und Niederlande. Auch in unserer Region häufig im Streuobstanbau zu finden.

Die Sorte zeichnet sich durch starken Wuchs aus. Gering anfällig für Schorf jedoch an nassem Standort anfällig für Krebs. Regelmäßig vitaler Holzzuwachs. Fruchtgröße nicht gleichmäßig, überwiegend groß bis sehr groß und reichhaltig zu ernten.

Fruchtfleisch sehr saftig mit wenig Aroma aber guter Säure. Als Tafelapfel verzehrbar ab Reifezeit Ende September bis Ende Januar dann Tendenz zu Fäulnis. Auf dem Markt für Tafelobst derzeit nicht gefragt jedoch ein Saftapfel mit hohem Wert.

Prevorster Bratbirne

Im Oberstenfelder Teilort Prevorst sind zwei Standorte der Birne bekannt. Dabei handelt es sich um Exemplare die geschätzt 70 bis 80 Jahre alt sind. Bekannt ist die Prevorster Bratbirne seit 1883. Die Frucht ist 5 cm groß, kugelförmig. Fruchtfarbe grünlich bis leicht gelb, bei Vollreife zitronengelb. Süßherber Geschmack mit 19 % hoher Zuckergehalt ( 70 – 80 Grad Oechsle ).Der Baum wächst mittelstark bis zu einer Höhe von 15-20 m und bildet eine rundliche Krone. Die Blüte erfolgt mittelfrüh, der Ertrag ist regelmäßig hoch und Ende Oktober reif.

Die Prevorster Bratbirne ist eine sehr wertvolle Saft- u. Mostbirne aber seit Jahrzehnten waren keine Neupflanzungen mehr bekannt.

Durch den Streuobstverein B.I.O. wurden in den letzten 5 Jahren von unseren Mitgliedern 20 neue Prevorster Bratbirnen gepflanzt. 2016 konnte auf der Buchwiese dann auch wieder Prevorster Bratbirnen geerntet werden.

Goldparmäne

Wahrscheinlich um 1800 aus Frankreich kommend in Deutschland eingeführt. Breits 300 Jahre früher wurde sie in der Normandie kultiviert.

Die Goldparmäne wird vorzugsweise als Tafelapfel angebaut. Jedoch findet sie auch Verwendung in der Saftherstellung. Auch ist Sie bei Spirituosenherstellern sehr beliebt.

Reifend im September ist sie bis Januar haltbar. Die Frucht ist mittelgroß, kugelig aber auch kegelförmig abgeflacht. Schalenfarbe goldgelb, bei Vollreife auch verwaschen goldrot bis trüb rot. Das Fruchtfleisch zeigt sich gelborange, ist knackig und saftig. Früchte mit sortentypischem Geschmack. Dafür ist die Goldparmäne bekannt und deshalb äußerst beliebt.

Der Baum verlangt nährstoffreiche Böden und ist bis in die mittleren Lagen anbaufähig. Wuchsstärke im Laufe der Jahre Nachlassend aufgrund der Erträge. Deshalb ist das Fruchtholz regelmäßig zu erneuern, auch um Vergreisen entgegen zu wirken. Etwas anfällig für Obstbaumkrebs. Weil ihre Vorteile diese eher nachteilige Eigenschaft überlagern ist die Goldparmäne nach wie vor ständig gefragt. Sie gehört in allen Baumschulen zum nachgefragten Standartsortiment.

Welschisner

Um das 16. Jahrhundert entstandene Apfelsorte, die um 1660 in Deutschland und Österreich ihre Verbreitung fand. In der Region, besonders im Landkreis Ludwigsburg, ist die Mutante des Welschisner -Geisinger Liebling- im Anbau.

Der Baum stark und bildet große Kugelige Kronen aus. Im Jungstadium undiszipliniert Wuchs. Der Autor kultiviert seit ca. 20 Jahren die Sorte. Sein Resümee, im Jungstadium schwierig zu erziehen, da viele Jungtriebe an Stellen austreiben wo sie nicht gewünscht sind. Somit vergeudet der Jungbaum unnötige Kräfte, weil diese Triebe entfernt werden müssen zu Gunsten eines geordnetem Kronenausbaus. Die Pflege verursacht großen Arbeitsaufwand während der Jungbaumerziehung. Später lässt der Aufwand etwas nach.

Die Sorte ist sehr frosthart und in Höhenlagen bis 800 m anbaufähig. Blüte wenig empfindlich und anhaltend. Triploid, damit als Befruchter ungeeignet. Als Tafelapfel lagerfähig bis April, Früchte mittelgroß bis groß in unregelmäßiger Form mit deutlich sichtbaren kanten. Grüngelbe Grundfarbe, reifend zitronengelb. Gering aromatisch, säuerlich und saftig. Erträge alternierend also unregelmäßig. Baumschulen bieten Welschisner als Hoch- und Halbstämme an.

Jakob Fischer Apfel

Auch „Schöner vom Oberland“ genannt. Tafel- und Wirtschaftsapfel. Jakob Fischer, Baumwart aus dem oberschwäbischen Steinhausen an der Rottum, Landkreis Biberach, entdeckte 1903 diesen Zufall Sämling. Es dauerte nur wenige Jahre bis die Sorte ihren Siegeszug durch Baden-Württemberg antrat und sich schnell über Deutschland und das benachbarte Ausland verbreitete.

Der Baum wächst stark und besitzt hohe Frosthärte. Empfehlenswert ist seine Kultur als Hoch- und Halbstamm für den Streuobstanbau auch noch in höheren und rauen Lagen. Als Befruchter ungeeignet, da triploid. Frühblühend mit großen Blütenblättern in weiß und rosa. Die Blüte verzaubert seine Betrachter in jedem Frühjahr neu. Seine Früchte reifen Anfang bis Mitte September und sind nicht lange haltbar. Sie reifen nicht gleichzeitig, sondern in Folge. Dadurch stehen seine Früchte während mindestens vier Wochen ständig zur Verfügung um frisch, zu Kuchen oder Apfelmus verarbeitet zu werden.

Früchte überwiegend groß bis sehr groß aber durchaus auch kleiner ausgeformt. Grundfarbe grünweiß bis hellgelb, auf der Sonnenseite leuchtend rot, Schale blauviolett angehaucht. Die Früchte sind saftig, feinsäuerlich und aromatisch. Sie verlieren schnell ihre Saftigkeit. Der Ertrag kann sehr hoch und im Folgejahr gering ausfallen. Trotz alternierender Erträge ist die Sorte ein enorm wichtiger und würdiger Vertreter unserer Apfelsorten.

Hauxapfel

Vor 100 Jahren (1920) aus Samen gezogen von A. Haux aus Jebenhausen bei Göppingen. Umgangssprachlich §Haux“ genannt wird er vorranging zu Saft verarbeitet. Seine Früchte sind aber durchaus zur Lagerung bis Januar und zum Verzehr geeignet.

Die Blüte des „Haux“ ist lange anhaltend. Die Früchte entwickeln sich mittelgroß, ihre Form ist unregelmäßig, rund bis hochgebaut.

Grundfarbe grün-gelblich, Deckfarbe orange bis dunkelrot. Das Fruchtfleisch mäßig saftig und fest mit hohem Säuregehalt. Der Baum ist sehr wüchsig und robust also geradezu prädestiniert für den Streuobstanbau. Der Hauxapfel ist in unserer Region, auch in älteren Exemplaren, häufig angebaut. Mit weiteren alten sowie einigen jüngeren Apfelsorten ist er die Basis für die Herstellung des anerkannt hervorragenden Steinkauz-Apfelsaftes in BIO-Qualität.

Gravensteiner Tafel- und Saftapfel

Züchter der Vollreife wohlschmeckenden und stark aromatischen Apfels ist unbekannt. Wohl als Zufall Sämling entstanden. Zwischen dem 16. Und 18. Jahrhundert in Schleswig oder Dänemark in den Handel gekommen. Der Baum wächst zügig und stark soweit er im Weinbauklima kultiviert wird.

Außerhalb unserer Region gepflanzt leidet es unter starken Klimaschwankungen. Die Früchte reifen zu Beginn des Monats September bis Mitte des Monats, sind mittelgroß bis groß, oft ungleichmäßig, kugelig bis hochgebaut. Die Grundfarbe grün-gelb bis hellgelb, die Deckfarbe karminrot auf der Sonnenseite. Sie kann gestreift oder marmoriert sein. Fruchtfleisch saftig mit edlem Aroma, etwas druckempfindlich. Gehört zu den besten Frühherbstsorten. Die auf dem Apfelsortenmakt gehandelte Mutante „Roter Gravensteiner“ erreicht nicht die Qualität des auch „Ernteapfel“ und „Blumenkalvill“ genannten Originals.

Der Ertrag ist reichhaltig aber nicht regelmäßig also alternierend. Da triploid als Befruchtersorte ungeeignet. Zur Lagerung nicht geeignet, weil zur Fleischbräune neigend. Formen der Erziehung vorwiegend Hoch- und Halbstamm aber auch Spindel.

Rheinischer Bohnapfel

Hervorragender Saftapfel, der ausgereift zu den besten Saftapfelsorten gehört. Um 1750 im Neuwieder Becken am Mittelrhein entstanden. Der Baum wächst stark, ist anspruchslos, robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten. In der Regel sehr reichtragend. Seine Kultur erfolgt vorrangig auf Streuobstwiesen als Hochstamm.

Die Blüte erscheint eher spät und ist widerstandsfähig gegen Temperatur- und Witterungseinflüsse. Fruchtform von meist kegelförmige über leicht fassförmig bis kugelig. Die Früchte reifen mattgrün bis grüngelb und auf der Sonnenseite schwach gerötet. Weniger die Fruchtfarbe als die Üppigkeit des Fruchtbehanges erfreut Auge und Herz des Betrachters.

Das Fruchtfleisch ist sehr saftig und fest aber nur schwach gewürzt. Reifezeit ab Mitte Oktober bis Anfang November anhaltend. Der Rheinische Bohnapfel gehört seit nahezu 370 Jahren und wohl auch in Zukunft zu den gefragten Sorten unter den Streuobstwiesenbesitzern. Ebenso ist er in jeder gut sortierten Baumschule im Aufzuchtprogramm.

Maunzenapfel

Empfehlenswerter Saftapfel. Sein Ursprung liegt auf der schwäbischen Alb im Raum Göppingen. Die Sorte begann sich vor 1930 im Süden Deutschlands auszubreiten und wird auch noch heute nachgepflanzt. Hohe Frosthärte ist ein besonders Merkmal. Sein Anbau ist noch in rauen Lagen und bis ca. 800 m als Hoch- und Halbstamm möglich.

Der Baum ist frohwüchsig und bildet hochkugelige Kronen aus. Die Blüte ist unempfindlich und spät. Die Früchte wachsen kegelförmig mittelgroß, grünlichgelb und sonnenseits großflächig gerötet. Das Fruchtfleisch ist saftig, fest und säuerlich. Fruchtreife in der zweiten Oktoberhälfte mit hohen Erträgen, allerdings etwas alternierend also nicht ganz regelmäßig.

Die Sorte gilt als guter Pollenspender mit geringem Pflegeaufwand. Daraus sollte aber nicht geschlossen werden, dass der Baum sich selbst überlassen und keiner Pflege bedarf. Ein Mindestmaß an Pflege, wie für jeden Obstbaum, ist erforderlich um Ertrag und Vitalität über Jahrzehnte zu erhalten.

Spätblühender Taffet Apfel

Saftobstsorte die im Jahre 1860 von E. Lucas in Stuttgart-Hohenheim auf den Markt gebracht wurde. Auffallend ist , dass die Sorte als tatsächlich allerletzte Apfelsorte zur Blüte kommt. Alle anderen Apfelsorten sind längst abgeblüht. Manche Stücklesbesitzer unterliegen der irrigen Auffassung, ihr Baum sei abgängig; doch dann überrascht er mit seiner Blütenfülle seinen Besitzer.

Der Spätblühende Taffetapfel legt seine Zurückhaltung ab und entwickelt sich innerhalb der folgenden vier Monate seine Früchte zur Erntereife im September im Rekordtempo. Die Bäume sind sehr widerstandsfähig und für raue und auch hochliegende Streuobstwiesen prädestiniert. Der Wuchs ist eher zögerlich mit mittelgroßer Krone, die gerne Wasserschosse bildet.

Die Früchte wachsen maximal mittelgroß, meist kugelförmig, grünlichgelb bis zu einem hellgelben Weiß; sonnenseits rötlich gefärbt im Pastellrot. Das Fruchtfleisch ist weißlich und saftig mit säuerlichem Geschmack. Der Ertrag setzt verzögert ein, ist mäßig bis hoch und regelmäßig

Stuttgarter Geißhirtle

Nach der Überlieferung vor über 200 Jahren von einem Ziegenhirten zufällig aufgefunden. Sehr aromatische kleine Tafelbirne. Saftig und süß mit einzigartigem und dadurch unverwechselbarem Geschmack.

Frühe Reife Ende Juli bis Ende August. Sonnenseitig orangerot bis gelb. Sonst hellgrün mit zartem Anflug von orange. Wird bei Vollreife innerhalb weniger Tage weich und teigig. Das weiße Fruchtfleisch wird dann braun bleibt aber trotzdem saftig und süß.Manche Früchte etwas körnig.

Empfehlenswert ist die Anpflanzung als Hoch- oder Halbstamm bzw. Spindel oder Spalier. Die Pflanzung in Wohnplatznähe empfiehlt sich, weil die Früchte vom Baum weg genießbar sind. Der Baum liebt einen eher warmen Standort wie fast alle Birnensorten. Damit steigert sich auch die Fruchtqualität. Der Baum wächst erst langsam auf allen Böden dann zügig und gleichmäßig. Der Ertrag ist regelmäßig. Die Blüte ist wenig empfindlich gegen Frost und nasskalte Witterung.

Williams Christbirne

Um 1770 in England als Zufallsämling aufgefunden und inzwischen weltweit verbreitet. Führt die Topliste der allerbesten Tafelbirnensorten an. Delikate, edle und feine Tafelbirne mit würzigem Geschmack und süßem Fruchtfleisch. Überwiegend große grüne Früchte. Reifend grüngelb und voll reif gelb, sonnenseits vereinzelt orangeroter Anflug.

Als „Red Bartlett“ ist eine rote Mutante auf dem Markt. Nach Reifung wenige Tage haltbar. Wird dann vom Kernhaus ausgehend braun und teigig. Der Baum ist für alle Erziehungsformen geeignet. Anbau auf warmen Boden und in etwas geschützter Lage erforderlich. Wuchs langsam bis mäßig. Guter Pollenspender, Ertrag früh und regelmäßig gut. Mindestens ein Exemplar – 13-jährig- wird als Hochstamm auf Gemarkung Oberstenfeld kultiviert mit regelmäßigem und gutem bis sehr guten Ertrag.

Berner Rosenapfel

1865 entdeckter Waldsämling der in der Schweiz vermehrt und von dort bis in unsere Region Verbreitung gefunden hat. Der Baumwuchs ist pyramidenförmig und mittelhoch, ab Ertragsstadium schwächer wachsend. Vorzugsweise an windoffene Standorte zu pflanzen, weil dadurch die Schorfanfälligkeit geringgehalten werden kann. Ertrag früh einsetzend, regelmäßig und umfangreich. Damit die hohen Erträge nicht zur Vergreisung des Baumes führen ist regelmäßiger Überwachungsschnitt zu empfehlen. Geeignet ist die Sorte für alle bekannten Erziehungsformen.

Verwendung als Tafel- und Saftapfel. Frucht saftig und somit sehr gut für die Saftherstellung geeignet. In der Literatur verbreitet als lagerfähig bis Dezember/Januar beschrieben. Eigene Erfahrungen bestätigen diese Angaben nicht. Wenige Wochen nach der Pflückreife Ende September beginnen die Früchte mehlig und wenig aromatisch zu schmecken. Das Fruchtfleisch beginnt dann bräunlich zu werden.

Im Reifeprozess haben die Früchte eine grüngelbe Grundfarbe die von rot in dunkelkarminrot übergeht. Sie sind dann sehr schön mit bläulichem Reif überzogen. Lediglich der Braune Matapfel besitzt tiefere Farbintensität. Widerstandsfähig gegen Blüten- und Holzfrost.