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Streuobstprojekte - ein wichtiger Beitrag zum Arten- und Kulturlandschaftsschutz

Es gibt viele Gründe, sich für Streuobstwiesen einzusetzen und regionalen Streuobst-Saft zu trinken:

  • Streuobstwiesen bieten Lebensraum für bis zu 5 000 Tier- und Pflanzenarten und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas
  • Bis heute gibt es in Deutschland knapp tausend, oft nur regional angebaute Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Kirsch- und Walnusssorten, die an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind. Die größte Sortenvielfalt ist bei den Äpfeln zu finden.
  • 1950 gab es in Deutschland noch 1,5 Millionen Hektar Streuobstwiesen, 1990 nur noch 300 000 Hektar - ein Rückgang auf 20 % des ursprünglichen Bestandes.
  • 2009 gab es in Baden-Württemberg noch rund 116 000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 9 Millionen Streuobstbäumen. Jeder zweite deutsche Streuobstbaum steht in unserem Bundesland - noch. Auch hier sind die Bestände in den letzten 20 Jahren um 20 % zurück gegangen.
  • Nur noch 10 Prozent des in Baden-Württemberg hergestellten Apfelsaftes ist Direktsaft. Der Rest ist aus Konzentrat - zum großen Teil aus dem Ausland wie Polen oder China. Streuobstsaft-Trinken hilft, denn Streuobstsaft ist immer regional erzeugter Direktsaft.

Erfolgsgeschichte Aufpreis-Modell

Ohne das Ökosystem Streuobstwiese gibt es für viele Tiere und Pflanzen kein Überleben. Das macht sich Ende der 70 er Jahre am drastischen Rückgang vieler Brutvogelarten bemerkbar. Doch die Kulturform Streuobstwiese hat gegen die Billigimporte von Apfelsaftkonzentrat nur dann eine Chance, wenn sich der Streuobstanbau für die Landwirte lohnt. 1987 gründete der BUND Markdorf das erste Streuobst-Aufpreis-Projekt: die Bauern erhalten für den Doppelzentner Äpfel einen Aufpreis zum marktüblichen Preis, teilweise mehr als doppelt soviel. Dafür verpflichten sie sich, die Hochstammbäume durch Pflege und Nachpflanzungen zu erhalten und nicht zu spritzen oder düngen. Die Aufpreispolitik ist erfolgreich. Inzwischen gibt es 20 Streuobstinitiativen in Baden-Württemberg. Dort haben sich – oft unter BUND-Initiative oder Mitwirkung – Landwirte, Mostereien, Behörden, Kommunen, andere Naturschutzverbände und Lokale Agenda Gruppen zusammengeschlossen und produzieren Saft für ihre Region, der dann Ostalb-Apfelsaft, Schneewittchen oder Äpfele heißt.

Die Streuobst-Initiativen sind immer auf der Suche nach neuen Produkten und Vermarktungswegen. Ein geradezu genialer Coup gelang dem BUND Ravensburg mit seinem Apfel-Mango-Saft. Heimische Äpfel werden mit Mangomark aus Fairem Handel gemischt. Davon profitieren Obstbauern hier und auf den Philippinen. Die Idee wurde inzwischen in ganz Deutschland von zig Initiativen übernommen. Andere Initiativen verkaufen Apfelessig, Cidre, Apfelsekt oder Birnen- Apfelsaft.

B-I-O Jungbaum Handhabung

Die Lebenserwartung vom Apfel, auf Sämling veredelt, beträgt deutlich über 60 Jahre. Auf der Unterlage M 9 allerdings nur ca. 15 Jahre.

Für Hochstämme empfehlen sich stark wachsende Typenunterlage A2. Für halbhohe Buschbäume M 25 und MM106.

Für Birne gilt: Die Lebensdauer einer auf Sämling veredelten Mostbirne kann über 100 Jahren liegen. Auf Quitte veredelt werden sie jedoch selten älter als 25-30 Jahre.